OffenSichtBlick - mit Bernd Silkens

Shownotes

In dieser Episode spreche ich mit Bernd Silkens über das Thema Wasser – unsere wichtigste, aber oft unterschätzte Ressource. Es geht um Wasserknappheit und Klimawandel, um Versiegelung von Böden, den „virtuellen Wasserfußabdruck“ von Produkten und darum, wie Unternehmen wie auch Privatpersonen bewusster mit Wasser umgehen können. Bernd zeigt, warum Nachhaltigkeit keine Last, sondern eine Chance ist – und wie schon kleine Veränderungen große Wirkung haben können.

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00:00:03: Manchmal braucht es nicht mehr Augenblicke, sondern eine neue Perspektive, um zu sehen,

00:00:08: was schon

00:00:09: da ist.

00:00:10: Landfristige Beziehungen aufbauen,

00:00:12: Umsatz

00:00:13: steigern, Marke stärken.

00:00:15: Hören Sie, wie strategische Weitsicht und menschlicher Fokus im Unternehmen ankommen und schauen Sie, wie unternehmerische Sehstärke neu eingestellt wird.

00:00:25: Hier im Podcast Offensichtblick von und mit Susanne Kremeyer und ihren Gästen.

00:00:32: Der Podcast für bisher ungenutzte Vorteile.

00:00:37: Einen

00:00:38: wunderschönen guten Tag.

00:00:39: Hier ist wieder Susanne Kremeyer mit dem Podcast Offensichtblick.

00:00:43: Und heute möchte ich mich einem Thema widmen, das mir sehr am Herzen liegt.

00:00:48: Also immer, wenn ich über Projekte mit meinen Kunden spreche, spielt das Thema soziale Verantwortung oder Gerechtigkeit eine Rolle, aber eben auch das Thema Nachhaltigkeit.

00:00:58: Also Nachhaltigkeit und die Umwelt und das Umfeld ist mir sehr wichtig.

00:01:04: Deswegen bin ich total begeistert und froh, dass ich heute den Bernd Zylkins bei mir habe, der nämlich genau in diesem Thema der absolute Fachmann ist.

00:01:12: Also alles, was mit Nachhaltigkeit und Klima und Wasser zu tun hat, da ist er der Mann, den man fragen sollte.

00:01:21: Bernd, super, dass du da bist.

00:01:23: Erzähl doch mal ein bisschen, wer du bist, was du machst und was dich so umtreibt.

00:01:26: Ja, hallo, Susanne.

00:01:27: Vielen Dank für die Einladung und die Möglichkeit, dass wir heute mal ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchten können, was für uns elementar wichtig ist, nämlich Wasser.

00:01:38: Und ich bin dazu gekommen schon seit vielen, vielen Jahren.

00:01:43: Ich habe als kleines Kind, habe ich schon mit Plastiktüten, die ich zusammengeklebt habe, so kleine Teische gebaut im Garten.

00:01:51: Heute wird mein Kleinbiotope, glaube ich, schon sagen und ich war schon sehr früh daran interessiert, mal zu erfahren, wie sieht es dann eigentlich auf der anderen Seite des Wasserhahns aus?

00:02:00: Also es ist so wie Strom aus der Steckdose, Wasser kommt immer vorn aus dem Wasserhahn, aber wo kommt es denn eigentlich her?

00:02:06: Da habe ich dann die Neugier, hat mich gepackt und habe dann eben, ja, das immer weiter so ein bisschen ausbaldowert, geguckt, wo kann man eben da noch Ansätze finden?

00:02:18: Und so hat sich daraus über diese Neugier eigentlich so eine Passion entwickelt.

00:02:22: Und dann war eigentlich die Konsequenz daraus, dass ich das Thema auch ins Studium reinbringe mit Schwerpunkt Wasserabwasser im Bereich Umwelttechnik Studium und auch in den, ja, für zwanzig Jahren als Angestellter, die ich jetzt hatte, habe ich dann auch immer wieder das Thema Wasser beleuchtet und ja, da auch meine Expertise gewonnen.

00:02:44: Ja, und dann kam der große Break vor zwei, gut zwei Jahren, wo ich dann gesagt habe, das kann ja jetzt eigentlich nicht alles sein, versuchst du noch mal was ganz Neues und habe mich dann mit dem Thema selbstständig gemacht.

00:02:56: Ja, mit fifty vier Jahren.

00:02:57: alle haben mich für verrückt erklärt, warum ich so mein mein gelebtes und geschaffenes Nest als Angestellter verlassen habe, aber ich hatte so den die inneren Wunsch da wirklich noch mal was Neues zu machen und einfach das, was ich über all die Jahre aufgebaut habe, auch dann an Unternehmen oder an Kommunen oder auch an Privatleute weiterzugeben.

00:03:17: Einfach damit wir eben das Bewusstsein für die Wichtigkeit und Wertigkeit des Wassers einfach weiter nach vorne bringen.

00:03:27: Das zum Thema ab fünfzig macht man nichts mehr Neues.

00:03:33: Ist ja spannend.

00:03:34: Also ich meine gerade das Thema Wasser.

00:03:36: Also du hast ja gerade gesagt, andere Seite des Wasserharns.

00:03:40: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich wir alle eigentlich das Wasser nehmen.

00:03:45: Gut, das war ich auch mal in einem Projekt in Afrika als Manager ohne Grenzen.

00:03:49: Da weiß man, wie wichtig Wasser ist und wie schön es ist, dass man das regelmäßig in guter Qualität hat.

00:03:55: Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir mehr und mehr lernen müssen, dass Wasser doch ein... man sagt ja glaube ich, dass Wasser ist das nächste Öl oder so ungefähr, ist jetzt ein blöder Vergleich, aber es geht um den... um den Wert und die Wichtigkeit.

00:04:12: Selbst hier in Nordrhein-Westfalen hatten wir ja vor kurzem auch Wasserknappheit, wo wir eigentlich hätten einsparen müssen.

00:04:19: Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ja keiner mitgekriegt.

00:04:20: Ja, genau.

00:04:21: Also das Paradox am Thema Wasser ist grundsätzlich, dass wir ja alle wissen, das ist der blaue Planet.

00:04:28: Wir haben unmengen Wasser.

00:04:29: zur Verfügung, aber das Wasser, was wir wirklich als nutzbare Quelle haben, nämlich das Trinkwasser oder Süßwasser, das ist nur in ganz, ganz geringen Mengen vorhanden, nämlich nur rund zwei Prozent vom Gesamtwasservorkommen auf der Erde und davon ist nochmal zwei Drittel vereist an den Polen.

00:04:47: Also, ich sag mal, das schränkt die Menge schon im Norm ein und steigt natürlich damit auch die Wertigkeit.

00:04:54: Du hast recht, wir hatten jetzt auch in verschiedenen Ländern Europas wieder mal diesen Sommer echte Wasserprobleme, sodass die Verteilung zwischen Haushalten, Industrie und auch Landwirtschaft wirklich schon eine Frage war, wo geht man denn jetzt als erstes hin?

00:05:14: Die Entscheidung zu treffen, wer bekommt denn jetzt zuerst Wasser?

00:05:17: Ist es jetzt der Privatmann oder die Landwirtschaft, wovon wir ja auch leben oder halt die Industrie, die natürlich enorm wichtig ist?

00:05:24: Diese entscheidende Frage wird uns weiter beschäftigen und die wird noch dramatischer in den nächsten Jahren.

00:05:31: Das eigentlich Schizophrenie dabei ist, dass hier in Deutschland ein Kubikmeter, also tausend Liter Wasser ungefähr zwei Euro kosten.

00:05:40: Das ist im Grunde genommen nichts.

00:05:41: Das heißt, Es signalisiert auch, wir müssen uns nicht umkümmern, es ist immer da, es kostet nichts, also ist auch der Wert entsprechend gering.

00:05:50: Und das ist einfach das, was ich mit den Vorträgen und Workshops durchsprechen will, dass man einfach mal genauer hinguckt und das war einfach das, was wir zur Verfügung haben, auch bewusster und sinnvoller hinsetzen.

00:06:04: Ja, ich denke, was auch bei vielen natürlich noch nicht angekommen ist, vielleicht kannst du das ein bisschen erklären.

00:06:10: Es ist ja nicht so, dass wir dieses Jahr das Gefühl haben, es gab nirgendwo Wasser, weil es war ja eigentlich ein sehr feuchter... Ablauf bisher oder feuchtes Wetter.

00:06:22: Ich glaube, dieses Missverhältnis von wann das Wasser fällt und wann es in den Boden kommt, das ist glaube ich noch nicht genug verbreitet worden.

00:06:31: Wenn es im Sommer regnet, haben wir da nicht so viel von.

00:06:33: Ja, genau.

00:06:34: Also was wir durch den Klimawandel definitiv haben.

00:06:38: in Europa und in vielen anderen Ländern, wir haben eine geänderte Wasserverteilung.

00:06:42: Das heißt, speziell in Deutschland haben wir nassere Winter, weil einfach die Schneefasen fallen mehr und mehr weg.

00:06:51: Es wird insgesamt nasser.

00:06:53: Die Wassermengen steigen im Winter und im Sommer haben wir immer häufiger trockener in der Sommer und auch Dürreperioden, wo wir wochenlang gar keinen Niederschlag haben.

00:07:02: Das war früher gleichmäßiger verteilt.

00:07:05: Das ist das eine Thema.

00:07:06: Und das andere Thema ist natürlich der Extremregende kommt.

00:07:10: Wenn es jetzt mal ein Gewitter gibt nach langer Zeit, dann plästert es und plattert es ja ohne Ende.

00:07:16: Und dann haben wir Ein Problem damit, wie kriegen wir denn so schnell so viel Wasser geordnet weg?

00:07:23: Das war früher, als Kanäle ausgelegt worden sind, da hat man im Endeffekt darauf gerechnet, dass jetzt so ein Jahrhundertregen im Endeffekt wirklich alle hundert Jahre mal kommt.

00:07:34: Und jetzt haben wir es alle paar Jahre, mindestens.

00:07:37: Und darauf sind halt alle Systeme, die wir haben, gar nicht ausgelegt.

00:07:41: Das heißt, das Wasser sucht sich irgendwo seinen Weg und im schlimmsten Fall durch die Häuser, durch alles weiter.

00:07:48: Also wir wissen ja noch von dem Jahr, was passieren kann.

00:07:53: Ich selber war da über eine Hilfsorganisation eingesetzt im Bereich Euskirchen, haben da Häuser leer geräumt und was die Bewohner geschildert haben, welche Gewaltwasser haben kann.

00:08:02: Also Wasser ist zwar auch schön, aber... Da waren halt diese riesen Strohballen, sind durch die Wohnzimmerscheiben geflogen.

00:08:10: Also es war wirklich eine Lebensgefahr geworden in sehr kurzer Zeit.

00:08:14: Und das haben wir alles nicht so auf dem Schirm.

00:08:17: Und wenn es uns nicht selber betrifft, ist es erst mal weit weg.

00:08:21: Also dieses Wasser mit Wasserleben und Andersleben, das wird uns definitiv mehr beschäftigen.

00:08:30: Ja, ich denke... Was wir natürlich auch auf dem Schirm haben sollten, ist das Thema, dass wir den Boden ja umgestaltet haben.

00:08:39: Früher gab es Waldboden und da sickert es schon ein und hatten wir supertolles Grundwasser.

00:08:45: Jetzt sickert es nicht, weil wir haben es versiegelt.

00:08:48: Es gibt ja dieses Stichwort der Entsiegelung.

00:08:51: Vielleicht kannst du da auch mal was drüber

00:08:52: erzählen.

00:08:52: Genau, also wir haben über Jahrzehnte natürlich durch auch Bevölkerungswachstum und Industrialisierung haben wir.

00:09:01: natürliche Umgebungen versiegelt, also zugepflastert, wie du sagst.

00:09:06: Und darüber ist natürlich der Eintrag des Regenwassers in den Boden gar nicht mehr möglich.

00:09:13: Es muss irgendwo hin abfließen oberflächlich.

00:09:16: Und das ist eben auch immer noch heute unsere größte Aufgabe, da zu gucken, wie können wir jetzt Flächen endsegel?

00:09:26: Aktuell ist noch der Stand.

00:09:27: In Deutschland werden jeden Tag ungefähr fünfzig Hektar versiegelt durch Bautätigkeit.

00:09:33: Das sind ungefähr siebzig Fußballfelder.

00:09:36: Kann man sich ein bisschen besser vorstellen.

00:09:37: Jeden Tag.

00:09:39: Jetzt gibt es aber noch durch die Ereignisse, die aufgetreten sind mit Überflutungen, gibt es immer mehr Tendenzen, dass die Städte auch sehen.

00:09:49: Dieses Prinzip, das wir Jahrzehnte hatten, Wasser möglichst schnell weit weg in die Kläranlage geben über Kanäle.

00:09:54: Das funktioniert nicht mehr, weil die Kanäle es nicht mehr schaffen.

00:09:57: Also suchen wir jetzt dezentral in der näheren Umgebung Möglichkeiten, das Wasser geordnet, immer noch, aber zu versickern, dass es wieder da an der Stelle, wo es auch entsteht, nämlich wo der Regen runterfällt, dem Grundwasser zugeführt wird.

00:10:12: Und das ist jetzt das Prinzip, was man immer so hört, blau-grüne Infrastruktur Schwammstätte.

00:10:17: Das ist genau das Prinzip, wo jetzt die Stadtentwicklung und Stadtplanung wirklich jetzt so diesen Turnaround kriegt und anders denkt.

00:10:26: Also was man nicht mehr möglichst schnell weg von meiner Stadtfläche, sondern... in die Stadtfläche integrieren.

00:10:32: und letztlich geht es ja auch darum, die Wohn- oder Lebensqualität der Leute zu verbessern, weil diese ganzen Hitzor-Spots durch versiegelte Plätze, wir haben hier ein Rathausplatz, der ist betoniert, da sitzt im Sommer kein Mensch.

00:10:46: Also das aufzubrechen und den Leuten also zum einen durch diese Verdunstung und Grün.

00:10:52: Wenn man in den Wald geht, ist es kühler definitiv, das in die Stadt zu holen und gleichzeitig eben auch diese Klima folgen, wie Überflutungen damit abzupuffern.

00:11:01: Das ist das Prinzip und da passiert ganz viel gerade.

00:11:06: Das ist super, dass da auch sehr viele Projekte quasi freiwillig geschehen, weil momentan haben wir ja auch eine große Diskussion, dass aufgrund der der DSG-Sebzehn und der der ganzen Reporting oder Berichtspflichten das das Thema Nachhaltigkeit so einen schalen Geschmack gekriegt hat, weil es auf einmal Arbeit wird und nicht mehr nicht mehr eine freiwillige Initiative sagen wir es mal so um.

00:11:31: Wie stehst du denn dazu?

00:11:33: Ich gebe dir recht in der In sich, dass es einfach schlecht verkauft worden ist, das Ganze.

00:11:39: Es ist über ein sehr theoretisches Gerüst aufgebaut worden, was den Unternehmen übergestülpt worden ist.

00:11:47: Und dadurch ist natürlich auch eine Abwehrhaltung entstanden, weil... Ich sag mal so, ein Tausend zweihundert Datenpunkte in einem mittelständischen Unternehmen aufzunehmen, ist einfach eine Farce.

00:11:58: Das ist nichts, wo sich jemand dran gibt.

00:12:01: Das heißt, es ist auf die Resonanz jetzt entstanden.

00:12:04: Die großen Konzerne, die haben ihre eigenen Leute und Abteilung, die machen das schon seit einiger Zeit.

00:12:10: Aber der Großteil der Unternehmen in Deutschland, der Mittelstand, Der hat einfach kein Pack angefunden, weil es auch zu weit weg von der Praxis ist.

00:12:19: Es ist einfach viele Daten, die erfasst werden, die dann kategorisiert werden müssen.

00:12:25: Das ist nicht aus dem alltäglichen Prozess der Unternehmen genommen, sondern es ist... sehr bürokratisch aufgebaut.

00:12:33: das können wir ja gut.

00:12:35: und das ist eigentlich der Schnittpunkt der durchbrochen werden soll.

00:12:39: und jetzt gibt es auch einen positiven Aspekt dazu.

00:12:42: es kommt jetzt im Herbst diesen Jahres kommt es gibt es eine neue Vereinbarung für kleinere Unternehmen vs me.

00:12:49: das ist ein freiwilliger Standart.

00:12:51: Der wird gerade für den Mittelstand so gemacht und runtergebrochen, dass es gar nicht viel Arbeit ist, sich mal aus der Perspektive der Nachhaltigkeit oder der Klimawirkung des Unternehmens darauf zu fokussieren, wo sind eigentlich meine Schwachstellen oder Baustellen.

00:13:10: Und das ist einfach ein Thema, wo ich auch klar mitkomme, weil es einfach diese Diese Vielfalt im Unternehmen abdeckt, aber in einem kleinen Rahmen und man erstmal so den Überblick gewinnt und dann gucken kann, okay, wir haben beispielsweise hier ein Abfalltrennungsproblem, da gucken wir da mal genauer hin und fokussieren uns darauf.

00:13:30: Und nicht gleichzeitig so überall das Fass aufmachen, weil das erzeugt nur Abwehr und Demotivation.

00:13:37: Und das ist jetzt so.

00:13:38: das, was ich im Herbst auch, wenn es jetzt endgültig verabschiedet ist und umgesetzt wird, wo ich viel Potenzial sehe, gerade für diesen Mittelstand als wichtigste Schicht im Lande, würde ich mal sagen.

00:13:51: Super.

00:13:52: Das heißt, da passiert auf jeden Fall was.

00:13:55: Es ist ja eine gute Initiative.

00:14:00: Wenn wir noch mal zurück zum Thema Wasser gehen, ich denke, was vielleicht auch noch Interessantes, was ja immer wieder mal erwähnt wird, ist das sogenannte virtuelle Wasser.

00:14:10: Das heißt, dass man sich mal Gedanken darüber macht, was man denn alles so an Wasser verbraucht.

00:14:15: Ich habe mir irgendwann mal ein Buch gekauft, um die Welt zu retten.

00:14:20: Und ich glaube, die erste Art war, sich mal über die Milch, die man trinkt, Gedanken zu machen.

00:14:26: Kuhmilch war also gar nicht gut, Mandelmilch war noch viel schlimmer.

00:14:31: Also Hafermilch ist überhaupt das Beste.

00:14:34: Gut.

00:14:34: konnte ich mich jetzt mit Müsli anfreunden, aber nicht unbedingt, weil geschmacklich das doch ein Unterschied ist.

00:14:41: Aber da waren ja unheimlich viele Elemente, die darauf einzahlen, welche Wasserbilanz die Produkte haben.

00:14:49: Also das ist ja auch nochmal ganz spannend, da mal komplett rein zu gucken.

00:14:53: Ich glaube, was weiß ich?

00:14:54: Tasse Kaffee hat hundertzehn Liter und ich glaube, eine Jeans hat fünftausend Liter.

00:14:59: Erklär das doch mal

00:14:59: ein bisschen.

00:15:00: Also es geht nicht darum, das Wasser zu erfassen, was wir jetzt wirklich zu Hause aus dem Hahn oder was wir durch die Toilette jagen.

00:15:08: Das sind diese aktuellen... definitiven erfassbaren Verbräuche über die Wasseroa, das ist der eine Punkt.

00:15:14: Da sind wir in Deutschland bei und dreißig Liter pro Person und Tag.

00:15:18: Da sind wir eigentlich schon ganz gut über die letzten Jahre runtergekommen von weitaus höheren Zahlen.

00:15:23: Also wenn wir jetzt USA sehen, die sind weit über dreinhalb Liter pro Person und Tag, wir sind schon im Wassersparen angekommen persönlich.

00:15:30: Was aber der Weitaus größer Hebel ist, das ist dieser virtuelle Wasserfußabdruck und der beschreibt in jedem Produkt, was als Konsumartikel verwendet wird.

00:15:44: Also du hast jetzt die Milch angesprochen.

00:15:46: Das steckt natürlich auch in der ganzen Kette bis zur Entstehung des Produktes jede Menge Wasser drin.

00:15:52: Und dieses Wasser, gehen wir jetzt mal von der Milch aus, das ist dann halt die Kuh, die auf der Wiese steht und frisst und das Glas muss natürlich wachsen, braucht Wasser.

00:16:03: Dann wird aber, wenn eben kein frisches Gras da ist oder die Kuh steht im Stall, dann wird eben dann Trockenfutter gereicht, was dann eben aber auch irgendwo entstanden sein muss mit Unterzugabe von Wasser.

00:16:17: Das ist dann eben der ganze Prozess, der da ist.

00:16:20: Und sagen wir mal, um die Entstehung der Milch herum sind natürlich auch Waschprozesse in der Molkerei dann, die auch Wasser verbrauchen.

00:16:28: Und Summersumarum kommen wir dann dazu.

00:16:31: Das hat unter anderem das Umweltbundesamt, aber auch Wissenschaftler haben das mal sissifussmäßig erforscht, dass jeder Deutsche im Schnitt pro Tag siebentausend Liter Wasserverbraucht durch den Konsum.

00:16:44: Da sind alle Produkte mit drin.

00:16:46: Die Tasse Kaffee, wie du sagst, ist so so unerzwanzig Liter.

00:16:50: Wasser pro Tasse Kaffee über den ganzen Anbau und die ganze Lieferkette, die dahinter steckt.

00:16:57: Ist schon eine ordentliche Marke, wenn man so eine kleine Tasse vor sich hat.

00:17:01: Und was natürlich ordentlich ins Gewicht fällt, das sind dann halt so Produkte wie Fleisch definitiv.

00:17:07: Also das unschöne Beispiel ist das Kilo Rindfleisch, was fünfzehntausend Liter Wasser beinhaltet.

00:17:15: Da ist die Banane mit hundertsechzig Liter schon fast ein Schnäppchen gegen.

00:17:20: Und die Jeans, also auch viele Produkte in der Kleidung sind enorm wasserintensiv.

00:17:25: Also die Jeans mit mehreren Tausend Litern oder einen T-Shirt mit zwei tausend Litern, das sind wirklich die Prozesse, die man ja gar nicht vor Augen hat.

00:17:33: Und das Eklatante an diesem visuellen Wasserfußabdruck ist der, dass das meiste Wasser, was wir hier dann konsumieren über Produkte im Ausland verbraucht wird.

00:17:46: Und meistens da, wo gar nicht so viel was ist.

00:17:48: Genau,

00:17:48: das ist nämlich der Knackpunkt.

00:17:50: Also, sechseinachzig Prozent von dem Wasser, was wir hier über Produkte konsumieren, ist im Ausland verbraucht worden.

00:17:56: Also die berühmten Erdbeeren aus Spanien im Dezember.

00:18:00: Und da muss man einfach sich selber, oder ich sage mal, was ich auch immer in den Vorträgen dann sage, jeder kann natürlich frei bestimmen, was er ist, was er konsumiert.

00:18:09: Aber wenn allein schon so ein bisschen nachdenken, das Bewusstsein, in den Vordergrund tritt, brauche ich wirklich die Erdbeeren im Dezember?

00:18:18: oder gehe ich dann zu über, dass es zum einen so bewusst saisonal oder regional beziehe, sogar noch im besten Falle, das spart enorme Mengen Wasser, die dann zwar hier nicht unbedingt fehlen, aber an anderen Stellen umso mehr fehlen, da wo du sagst, dass es sowieso knapp ist mit dem Wasser.

00:18:37: Und das ist einfach unser Konsumverhalten.

00:18:41: wo wir sehr viele Hebel haben, um über einen Bewusstseinsschärfung einfach auch da ranzugehen.

00:18:47: Man muss jetzt nicht wirklich penibel sein und totale Askese betreiben, aber einfach mehr Bewusstsein im Konsum entwickeln hilft an der Stelle schon ganz gewaltig.

00:19:02: Wenn ich das jetzt mal so höre, also anstelle von einer halben Tasse oder hundert dreißig Liter am Tag sind wir auf einmal bei sieben Tausend Liter am Tag, Es gab ja gerade vor kurzem so eine größere Hype, weil mal wieder jemand gesagt hat, gab es doch schon einige davor, das waren aber dann eher Satiriker.

00:19:20: Wir sind ja nur ein Prozent der Bevölkerung und machen zwei Prozent des Klimaeffekts aus.

00:19:26: Was für mich schlimm ist, weil das heißt, wir sind zwei Hundert Prozent so schlimm, wie wir eigentlich sein dürften.

00:19:35: Wie verhält sich denn dann diese diese Zahl dazu?

00:19:37: Also sind diese sieben tausend Liter dann da irgendwo drin oder hat man sich da reich oder arm?

00:19:44: Also das sind realistische Zahlen, die wirklich auch von verschiedener Stelle verschiedenster Studien belegt sind.

00:19:51: Ja, was gerade halt so ein bisschen korportiert wird, ist einfach, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen.

00:19:58: Und das ist in meinen Augen.

00:20:01: Ja, ich sag mal, nicht nur Dilettant, sondern auch ein Stück weit gefährlich, weil so in Ruhe wiegen.

00:20:07: Wir wissen ja, der Klimawandel schreitet voran und erwartet halt auch nicht, bis wir uns auf irgendwas einigen.

00:20:14: Wir haben wahrscheinlich im Jahr zwei Tausend Fünfzig statt jetzt acht Zehn Milliarden Menschen, die alle was zu essen, alle was zu trinken haben wollen und dieses ganze große, was ja schwer greifbar ist.

00:20:28: Klimawandel ist halt so komplex.

00:20:30: dass natürlich das schwer zu erklären ist.

00:20:33: Und es ist natürlich eine rein visuelle Erwartung oder eine Intention in die Zukunft, dass das dann dazu führt, dass man sagt, ja, heute geht es uns ja noch gut, dann lass uns mal so weitermachen.

00:20:46: Und das ist einfach der Knackpunkt, wo einige schon erkannt haben, okay, wir haben eine Verantwortung auch für kommende Generationen.

00:20:52: Wir tun bewusst auch was für den Klimaschutz.

00:20:56: Und andere, die andere Haltung ist halt, es ist mir alles zu kompliziert.

00:21:01: Wir haben genug Probleme, lass mich in Ruhe damit.

00:21:03: Das ist so zwei kontraere Fronten, die es da gibt.

00:21:08: Und ja, ich sag mal, wenn es nur, wenn man es nur schafft, ein Teil der Leute, die einfach so ein bisschen unklar sind, wie sie sich verhalten, sondern wenn man die gewinnt, dann hat man ja oder ich für mich sagt, dann habe ich schon ganz viel erreicht.

00:21:23: Zwar auf einer ganz kleinen Basis, aber Wenn sich das potenziert, dann wirkt es doch was Gutes am Ende.

00:21:33: Was könntest du denn den Skeptikern oder den Leuten, die sagen, ich möchte jetzt nicht auch mich damit noch belasten?

00:21:41: Was könntest du denen denn als Tipps geben, was bewirken, ohne dass sie jetzt großartig ihr Leben umstellen müssen?

00:21:49: Was gäbe es denn dafür Vorschläge?

00:21:51: Also wenn wir uns jetzt mal auf das Thema Wasser wieder konzentrieren, ich würde einfach sagen, da wo der Konsum stattfindet, gerade im Bereich Lebensmittel, einfach mal gucken, wo kommen die Produkte her.

00:22:03: Muss man jetzt wirklich viele Produkte kommen, zum Beispiel aus Ägypten.

00:22:09: Die Kartoffeln, die da angebaut werden, die brauchen so viel Wasser.

00:22:13: die aber das Wasser steht da nicht zur Verfügung.

00:22:16: Dann lieber dann doch mal gucken, der Bauer vor Ort oder was weiß ich, regionale Bezugsquellen kriegt man hin, supermarkt.

00:22:24: Es hilft schon, die Kartoffeln schmecken

00:22:26: ja trotzdem.

00:22:28: Die Frage ist nur, wo kommen sie her?

00:22:29: und wo ist dann einfach dann der Verbrauch an Ressourcen gewesen?

00:22:33: Das ist eine andere Art des Einkaufens, sag ich jetzt mal, wo ich aber für mich sage, das ist jetzt nichts, wo ich auf riesiges sagen wir mal riesige Mengen oder Möglichkeiten verzichten muss.

00:22:47: Also oft wird ja auch dieser Klima, Hype oder dieses Thema mit Verzicht kombiniert.

00:22:55: Und ich sage dann immer, Verzicht kann man es nennen, aber man kann es auch mit bewussterer Lebensweise definieren.

00:23:04: Ja, vor allen Dingen, wir haben ja alle während der Corona-Zeit uns mit Lieferketten beschäftigt und seitdem ist ja in den meisten Lebensmittelläden deutlicher auch sichtbar, was regional angeboten wird.

00:23:17: Das heißt also, das Thema ist ja dann nicht nur Wasser, sondern generell der gesamte Fußabdruck, den man hat durch Transport und auch die Zeit.

00:23:27: Also ich arbeite ja mit einem Start-up zusammen, bei Elend, die sich aus Banner geschrieben haben, vom Feld bis zum Tisch, also Field to fork heißt das bei denen, die Zeit einfach zu verkürzen.

00:23:42: Momentan ist das vier, fünf Tage, was ich schon sehr schnell finde, aber die lagern vom Prinzip im Boden.

00:23:50: Und wenn du dann bestellst, wird es für dich geflückt oder geerntet und da kommst du zu dir, da bist du aber im halben Tag.

00:23:56: Also derartige Konzepte, denke ich, werden mehr und mehr Schule machen, weil sie einfach in jeglicher Beziehung Vorteile bringen.

00:24:05: Also da muss man dann in dem Moment vielleicht auch noch mehr Lanzen fürbrechen.

00:24:10: Das war total super spannend.

00:24:13: Gibt es jetzt irgendwo demnächst eine Möglichkeit, wo man dir vielleicht über die Füße laufen kann oder wie man dich finden kann, wenn man mal mehr über das Thema sprechen möchte?

00:24:22: Ja, also mein Unternehmen heißt BS Concept mit zwei Cs geschrieben.

00:24:26: Darüber findet man mich.

00:24:28: Ich bin bei LinkedIn aktiv, schreibe auch regelmäßig Posts und zu dem Thema Wasser.

00:24:33: Und wer mich googelt, findet mich dann auch und kann gerne mich kontaktieren zu Themen.

00:24:40: Ich mache auch jetzt verstärkt das Thema Wasserfußabdruck, was wir gerade hatten in meinen Workshops, weil auch immer mehr Firmen neben dem CO²-Fußabdruck den Wasserfußabdruck darstellen wollen für Produkte, aber auch für das ganze Unternehmen.

00:24:55: Ja, und das ist ein interessanter Aspekt und der wird die nächsten Jahre auch noch interessanter und wer mich sucht, der findet mich dann auch.

00:25:05: Super, alles klar.

00:25:06: Das freut mich.

00:25:07: Vielen herzlichen Dank.

00:25:08: Es war hochspannend.

00:25:09: Vielen Dank für die Ausführung.

00:25:12: Ich wünsche noch einen schönen Tag und freue mich auf unser nächstes Zusammentreffen.

00:25:15: Und ich danke für die Einladung und freue mich auch auf den nächsten Austausch.

00:25:19: Danke dir, Susanne.

00:25:20: Super.

00:25:21: Danke.

00:25:38: Tschüss.

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